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Der Sport prägte sein langes Leben


Undenheims Ehrenbürger Richard Kalbfuß im Alter von 105 Jahren gestorben

Der Ehrenbürger der Selztalgemeinde, Richard Kalbfuß, ist am Dienstag im Alter von 105 Jahren gestorben. Er war der älteste Bürger der Gemeinde und einer der ältesten Menschen in ganz Rheinland-Pfalz.

Bundesweit bekannt geworden ist er durch seine sportlichen Aktivitäten bis ins hohe Alter. So war Kalbfuß mehrmals der älteste Teilnehmer bei Deutschen Turnfesten. Sogar als 100-Jähriger nahm er noch an Wettkämpfen teil. Er war bis vor einigen Monaten in einem erstaunlich guten körperlichen und geistigen Zustand. Sein Erfolgsrezept gab er gerne an die jüngeren Generationen weiter: "Jeden Tag ein Gläschen Wein und einmal kräftig schwitzen."

Ortsbürgermeister Wilhelm Horn würdigte vor dem Vereinsring die Verdienste von Kalbfuß für seine Gemeinde Undenheim. Er habe sein Heimatdorf durch seine sportlichen Aktivitäten in der ganzen Republik bekannt gemacht.

Im Juni 2001 war Richard Kalbfuß zum Ehrenbürger von Undenheim ernannt worden. Die Auszeichnung sei nicht alleine auf sein biblisches Alter zurückzuführen, betonte der damalige Ortsbürgermeister Reinhold Sittel bei der Verleihung. Als herausragend bezeichnete er die Turngeschichte des Ehrenbürgers. Bei den verschiedenen Turnfesten habe Richard Kalbfuß oft im Mittelpunkt des medialen Interesses gestanden, da er mehrmals der älteste aktive Teilnehmer war.

Der Verstorbene war aber auch anderweitig ehrenamtlich engagiert. So hat er sich in den Nachkriegsjahren als Gemeindekämmerer für die Allgemeinheit eingesetzt und auch das schwierige Geschäft des früheren Steuereintreibers übernommen. Seine politische Heimat hatte Kalbfuß in der FDP gefunden, für die er auch einige Jahre im Gemeinderat saß.

Bei der Ernennung zum Ehrenbürger gab der betagte Mitbürger ein Bekenntnis zu seiner Heimatgemeinde ab: "Undenheim ist die schönste Gemeinde, und ich bin froh, den Undenheimer Wind einatmen zu dürfen." Kalbfuß war zu Lebzeiten ein wandelndes Geschichtsbuch. Vor allem seine Erzählungen über die "gute, alte Zeit" von Kaiser Wilhelm stießen bei den Jüngeren immer auf offene Ohren.